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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

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Mittwoch, 19. Mai 2021

Selbsthilfegruppe in Oberfranken

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Auch in Oberfranken bildet sich eine Selbsthilfegruppe betroffener Männer.

Gründungsveranstaltung Online am 8. Juni 2021 um 19 Uhr

"Wir starten um 19 Uhr mit einem öffentlichen Vortrag von Herrn Nicolas Haaf, der als Mitglied beim Betroffenenrat des UBSKM darüber spricht, wie “aktive Selbsthilfe als Baustein auf dem Weg der persönlichen Aufarbeitung“ helfen kann.
Anschließend findet um 20 Uhr die Gruppengründung im geschützten Rahmen statt.
Begleitet wird die Gruppengründung durch die Selbsthilfeunterstützungsstelle Bayreuth sowie die Männer*Beratung Oberfranken"

Anmeldung bitte per E-Mail bis 06.06.2021 unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Fragen? Wenden Sie sich gerne an das Team der Männer*Beratung Oberfranken

Mittwoch, 12. Mai 2021

Selbsthilfegruppe in Osnabrück

In Osnabrück gibt es jetzt die Selbsthilfegruppe AUS!TAUSCH Selbsthilfegruppe für männliche Betroffene sexualisierter Gewalt.
Sie ist erreichbar unter der schönen Mailadresse This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.. Wir wünschen euch alles Gute.

Mittwoch, 12. Mai 2021

EKD schickt Betroffenenbeirat in die Wüste. Sieht so das evangelische Verständnis von Beteiligung aus?

Die EKD hat den Betroffenenbeirat „zunächst ausgesetzt“ (siehe Presseerklärung der EKD). Sie ist der Ansicht, wegen interner Konflikte und Austritte sei eine Weiterarbeit nicht möglich. Dem widerspricht die Mehrheit der beteiligten Betroffenen vehement. Vier Aussteiger*innen legen in einer Pressemitteilung die Gründe für ihren Ausstieg offen und machen deutlich, dass die durch die EKD gesetzten Rahmenbedingungen eine Arbeit unmöglich gemacht haben. Vier Verbliebene haben in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie nicht bereit sind, sich so einfach rausschmeißen zu lassen.

Die Evangelische Kirche muss dringend ihre Vorstellungen von Betroffenenbeteiligung überdenken und klar bekommen, was sie will. Wer einen Betroffenenbeirat ohne geklärten Rahmen (Auftrag, Zielsetzung, Finanzierung, …) startet und mit Aufgaben überlastet ohne ihm ausreichend Zeit für einen Findungsprozess zu geben, braucht sich nicht zu wundern, wenn das mächtig rumpelt.

Die Gruppe der Betroffenen ist keine homogene Gruppe, sondern setzt sich aus sehr verschiedenen Menschen zusammen. Wenn Betroffene, die finanziell von der Kirche abhängig sind, sich zu Anerkennungszahlungen äußern sollen, benötigen sie Zeit um sich eine Position zu bilden, ihre eigenen Loyalitäten zu klären und Ambivalenzen zu lösen. Wenn diese auf Menschen treffen, die inzwischen eher kirchenfern sind, braucht es noch mehr Zeit, damit diese zusammenfinden können. Und wenn in einem neuen Gremium einige feststellen, dass die Arbeit in einem Betroffenenbeirat nicht ihren Vorstellungen entspricht, ist das bedauerlich, aber  normal.

In der Pressemitteilung von verbliebenen Mitglieder des Betroffenenbeirates heißt es: „Damit Partizipation gelingen kann, braucht es verbindliche Strukturen, klare Mandatierung, transparente Aushandlungsprozesse. Solche qualitativen Standards aber fehlen seitens der EKD bis heute.“

Die Aussteiger*innen haben formuliert: „Wer Vollzeit berufstätig ist, Kinder hat und sich in seiner Freizeit für die Belange Betroffener einsetzen möchte, muss sich fragen, wofür er/sie seine/ihre kostbare Zeit einsetzen möchte: dafür, die Arbeit zu leisten, die die mächtige Institution Kirche selber angehen muss? Dafür, hochqualifizierte Beratungsleistungen in eine Organisation zu investieren, die noch kein klares Bild davon hat, wo sie selber hinsteuern möchte? Dafür, sich über Gebühr mit administrativen Dingen, Kommunikations- und Konfliktmanagement zu beschäftigen? Wir haben diese Fragen mit “Nein” beantwortet.“

Übereinstimmend wird gefordert, dass die EKD ihre Hausaufgaben macht und Bedingungen schafft, dass ein Betroffenenbeirat funktionieren kann. Es wird sich jetzt herausstellen, was die EKD wirklich will. In den beiden vorliegenden Pressemitteilungen ist klar skizziert, was die EKD verändern muss. Das umzusetzen sollte vordringlichste Aufgabe der Evangelischen Kirche sein. Wenn sie aber stattdessen -wie angedeutet- eine Betroffenenbeteiligung light, mit ausgewählten vereinzelten Betroffenen einführen will, um ihren Zeitplan einzuhalten, wird das die nächste Mogelpackung.

Mittwoch, 21. April 2021

Neue Selbsthilfegruppe in Speyer in Gründung

In Speyer ist eine neue Selbsthilfegruppe für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, in Gründung. Weitere Informationen finden sich unter https://shg-mok.jimdosite.com. Auch eine Online-gruppe ist in Überlegung. Interessierte können sich unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. melden.

Mittwoch, 21. April 2021

Sexalisierte Gewalt in der Familie endlich bekämpfen

Sexualisierte Gewalt in Familien ist ein massiv vernachlässigtes Problem - nicht erst seit Anfang 2010 sexualisierte Gewalt in Einrichtungen öffentlich thematisiert wurde. Es gibt bis heute keine Konzepte, wie diese unterbunden werden kann, lediglich Ideen wie sie besser entdeckt werden kann. Forderungen, die Position und die Rechte von Kindern zu stärken und sei es lediglich im Nachhinein wie beim Scheidungsrecht für Kindern von nicht für das Kindeswohl sorgenden Eltern, werden gar nicht beachtet. In Gesprächen kommt immer der Verweis auf das im Grundgesetz verankerte Recht der Eltern auf Erziehung, das anscheinend so etwas wie eine heilige Kuh ist. Gleichzeitig ist klar, dass ein gewaltiger Teil der sexualisierten Gewalt in Familien stattfindet. Es braucht hier also dringend präventive Konzepte - und das läuft auf eine Beschneidung der Machtfülle der Erziehungsberechtigten hinaus.
Der Betroffenenrat beim UBSKM hat am 15.3. ein Impulspapier zu sexualisierter Gewalt in der Familie mit dem Titel "Tatort Familie"herausgebracht. Hoffen wir, dass der UBSKM das aufgreift und endlich sexualisierte Gewalt in Familien stärker in den Blick nimmt. Ohne starken Druck der Zivilgesellschaft wird sich aber wohl nur wenig ändern.

Freitag, 26. März 2021

Neue "hybride" Selbsthilfegruppe für betroffene Männer

Trotz Corona wird bei Tauwetter demnächst eine neue Selbsthilfegruppe für betroffene Männer starten. Dies wird die erste "hybride" Gruppe sein, d.h. Online-Treffen in der gesamten Gruppe werden sich mit vor-Ort-Treffen von Kleingruppen abwechseln. Damit wollen wir versuchen auch unter den Einschränkungen die durch Corona entstanden sind, eine ausreichend große Selbsthilfegruppe zu starten. Wer an einem solchen Format Interesse hat, bitte zu unseren Telefonzeiten unter 030/6938007 melden. Anvisierter Start ins im Mai. Mehr Informationen zu Selbsthilfegruppen ist hier zu finden, die Besonderheiten des Formats werden wir in Vorgesprächen und am Anfang der Gruppe besprechen.

Wir bitten alle dies an mögliche Interessenten weiter zu sagen, die normale Kommunikation über Aushänge usw. ist im Moment erschwert.

Wir hoffen im Herbst wieder eine "normale" Gruppe starten zu können.

Freitag, 26. März 2021

Neuerscheinungen gegen die Reduzierung sexualisierter Gewalt auf ein individuelles Trauma in Beratungsarbeit und Aufarbeitung

Kontextualisierte Traumaarbeit, Beratung und Begleitung nach geschlechtsspezifischer Gewalt – Forschungsergebnisse aus der Praxis feministischer Beratungsstellen ist der Titel eines kleinen Büchleins von Ariane Brenssell, Ans Hartmann und Cai Schmitz-Weicht. Es berichtet über fünf Jahre gemeinsamer Forschungsarbeit gewaltbetroffener Frauen, von Berater*innen des bff und zwei Wissenschaftler*innen. Unterstützungsarbeit für Gewaltbetroffene setzt nicht nur Beratungs- und Traumakompetenzen voraus, sondern auch Zusammenhangswissen über Machtstrukturen und den Einsatz für eine Veränderung dieser Verhältnisse. Sehr gut lesbar. und für alle, die an Beratungsarbeit interessiert sind zu empfehlen. Herausgegeben und zu beziehen über den bff oder in den Berliner Buchläden Schwarze Risse, OH21 und den Buchladen zur schwankenden Weltkugel. Ariane Brenssel war früher Berater*in bei der Beratungstelle Lara in Berlin und ist inzwischen Professorin an der Ostfalia Hochschule. Sie ist Kritische Psychologin und arbeitet schon länger zu sexualisierter Gewalt.

Sexualisierte Gewalt. Aufarbeitung und Bewältigung aus einer reflexiv-sozialpsychologischen Perspektive. Petrer Caspari (geb. Mosser) ist Berater bei kibs in München, war als Mitarbeiter des IPP-münchen an  mehreren Aufarbeitungsprojekten (Kloster Ettal, Odenwald-schule, Stift Kremsmünster) beteiligt und ist Autor des Buches "Wege aus dem Dunkelfeld, Aufdeckung und Hilfesuche vei sexuellem Missbrauch an Jungen". Jetzt hat er hat ein neues Buch geschrieben, warum die Aufarbeitung sexualiserter Gewalt eben keine rein individuelle Last, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe ist. "Betroffenheit und Bewältigung sind nicht kontextfrei. ...Sexualisierte Gewalt entsteht unter der Bedingung von Ungleichheit, die sich in vielfältigen Verhältnissen zwischen Männern und Frauen, zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Deutschen und Geflüchteten, zwischen Gesunden und Kranken oder zwischen Reichen und Armen ausdrückt. tUm sexualisierte Gewalt zu bewältigen, bedarf es nicht nur der individuellen Aufareitung, sondern auch der Wahrnehmung und Übernahme gesellschaftlicher Verwantwortung." Erschienen im DGVT-Verlag.

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