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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

Wir informieren in unregelmäßigen Abständen über neue Beiträge auf der Seite Aktuelles auch per Email. Diese Tauwetter-Nachrichten können Sie abonnieren

Donnerstag, 09. September 2021

Offener Brief von Betroffenen an UBSKM gegen die Aushebelung von Grundrechten

Oft scheint es so, als würden Betroffene durchgängig Hardlinerpositionen vertreten, wenn es um Gesetzesverschärfungen, Datenspeicherung etc geht. Dem ist mitnichten so. Einen sehr deutlichen offenen Brief, der darauf hinweist, dass Betroffene sehr verschiedene Positionen vertreten und der sich dagegen wehrt funktionalisiert zu werden, haben einige Betroffene aus der "Arbeitsgruppe (AG) „Gegen Instrumentalisierung und Vorratsdatenspeicherung“ des selbstorganisierten und selbstbestimmten politischen Zusammenhangs Betroffener von sexualisierter Gewalt in Kindheit und/oder Jugend" formuliert. Sie haben ihn an den UBSKM Rörig geschickt, weil sie das Gefühl haben, dass er einseitig zu sehr für Gesetzesverschärfungen eintritt und dabei sagt, dass sei im Interesse von Betroffenen. Der Brief ist hier zu finden.

Donnerstag, 12. August 2021

Tauwetter hat eine neues Spendenkonto

Nach langem Hin und Her ist es jetzt endlich gelungen: Wir haben ein neues Spendenkonto für die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt:

Tauwetter e.V. GLS Bank IBAN DE23 4306 0967 1242 8098 00 BIC GEN0DEM1GLS

Wir bekommen vom Berliner Senat eine Grundfinanzierung unserer Arbeit. Dazu gehört es einen Eigenanteil einzubringen. Den versuchen wir über Spenden, Fortbildungen etc. zusammen zu bekommen. Darüber hinaus ermöglichen die Spenden uns Dinge zu finanzieren, die nicht vom Senat gefördert werden.

Dienstag, 10. August 2021

Sexualisierte Gewalt gegen Jungen* und die Offene Jugendarbeit

Ein Beitrag zu den Möglichkeiten für einen nicht nur präventiven Umgang mit sexualisierter Gewalt nicht nur gegen Jungen* in der Offenen Jugendarbeit ist jetzt in der "Zeitschrift für die Jugendarbeit - deutsche jugend" erschienen. Wem die Zeitschrift nicht schon bekannt ist, der stolpert vermutlich über den Titel, der nicht nuretwas älter wirkt, sondern ist. Auch die redaktionelle Idee, keine Gendersternchen zu verwenden, verblüfft. Aber das sollte nicht vom Lesen des Artikels abhalten.

"Thomas Schlingmann beschäftigt sich ... mit sexualisierter Gewalt gegen Jungen in der Offenen Jugendarbeit. Der Autor unterscheidet zunächst zwischen sexuellen Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen, Formen des Übergangs zwischen beiden sowie gezielten Handlungen gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Er erörtert dann, was eine gelungene Intervention gegen sexuelle Gewalt ausmacht. Dabei geht es ihm einerseits um die Unterstützung der Betroffenen und andererseits um den adäquaten Umgang mit den Täterinnen und Tätern. Ausführlich beschäftigt sich der Autor mit den genderspezifischen Besonderheiten der sexualisierten Gewalt gegen jungen, insbesondere die hegemonialen Vorstellungen, die gemeinhin mit der männlichen Rolle verbunden sind. Schlingmann gibt eine Reihe von Empfehlungen, was die Offene Kinder- und Jugendarbeit gegen sexualisierte Übergriffe auf Jungen tun kann." (Aus dem Editorial)

Thomas Schlingmann (2021): Sexualisierte Gewalt gegen Jungen und die Offene Jugendarbeit. In: Zeitschrift für die Jugendarbeit - deutsche jugend. 69. Jg. 2021, Heft 7-8. Weinheîm: Beltz-Juventa.
In gut sortierten Hochschulbibliotheken oder beim Verlag.

Montag, 09. August 2021

Tauwetter Sommerpause beendet- wir sind wieder da

Seit heute (9.8.2021) sind wir wieder zu unseren regulären Zeiten telefonisch für erste Fragen und Terminvereinbarung erreichbar:
030 693 80 07
Dienstags 16:00 - 18:00 Uhr
Mittwochs 10:00 - 13:00 Uhr
Donnerstags 17:00 - 19:00 Uhr

Falls in diesen Zeiten niemand ans Telefon geht, sind wir auf der anderen Leitung am telefonieren. Dann bitte kurze Zeit später noch einmal versuchen oder eine Email schreiben an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Donnerstag, 08. Juli 2021

Sommerpause und zwei Lesetipps

Tauwetter macht Sommerpause:

VOM 12. JULI BIS ZUM 8. AUGUST SIND WIR NICHT ERREICHBAR.

In dringenden Notfällen bitte den Berliner Krisendienst 030 / 3 90 63 10 anrufen. Ansonsten freuen wir uns, von euch/ Ihnen im August zu hören.

Und weil es ja endlich Sommer wird hier noch der Hinweis auf zwei Neuveröffentlichungen:

  • Sexualisierte Gewalt gegen (erwachsene) Männer, das ist das Thema des Beitrags von Thomas Schlingmann zum Sammelband von Rainer Ulfers und Clemens Fobian über männliche Betroffene sexualisierter Gewalt.
    Sexualisierte Gewalt gegen (erwachsene) Männer wird oft als das letzte Tabu dargestellt über das endlich gesprochen werden muss und zu dem endlich geforscht werden muss. Aber stimmt das so?
    Seit Jahren gibt es einen Diskurs und auch Forschung - allerdings unter anderen Überschriften und mit anderen Schwerpunkten. Was also ist wirklich bekannt über sexualisierte Gewalt gegen Männer und was nicht. Der Beitrag beschäftigt sich mit Häufigkeiten und Kontexten der Gewalt ebenso wie mit den Auswirkungen.
    Fobian & Ulfers: Jungen und Männer als Betroffene sexualisierter Gewalt. Springer VS
  • Der Betroffenenrat beim UBSKM hat anlässlich der Reform des Sexualstrafrechts ein detailliertes Positionspapier zum Strafrecht herausgebracht: "Positionen des Betroffenenrates zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und zu Betroffenenrechten in Verfahren". Es ist auf der Website des Betroffenerates unter den Stellungnahmen zu finden.

Einen schönen Hochsommer und bis im August

Mittwoch, 30. Juni 2021

EU-Beschluss gegen sexualisierte Gewalt

Hinter dem etwas sperrigen Titel "Entschließung des Europäischen Parlaments zu der Lage im Hinblick auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit" verbirgt sich ein Beschluss des Europaparlaments der auch männliche Betroffene sexualisierter Gewalt etwas angeht:
Als "sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte“ wird u.a. das Recht auf eine "freie Entscheidung, ob und wann sie sexuell aktiv sein möchten" verstanden und das gilt für "Männer und Frauen sowie Jungen und Mädchen gleichermaßen".
Nun lässt sich zur Recht kritisieren, dass sexualisierte Gewalt unter Sexualität subsummiert wird und es lässt sich zu Recht anmerken, dass ein solche Entschließung für die Mitgliedländer nicht rechtsverbindlich ist - dennoch ist es eine Vorgabe, die als Orientierung dient.
Das EU-Parlament fordert u.a. unmissverständlich die Mitgliedsstatten auf den Zugang zu "einer umfassenden Palette von hochwertigen und zugänglichen Diensten" zu gewährleisten "und zwar ungeachtet finanzieller, praktischer und sozialer Hürden sowie frei von Diskriminierung, unter besonderer Berücksichtigung von marginalisierten Gruppen, einschließlich,... Opfer von ;sexueller oder geschlechtsspezifischer Gewalt."
Hoffen wir dass die kommende Bundesregierung das umsetzt und endlich für eine ausreichende Finanzierung eines flächendeckenden Netzes spezialisierter Fachstellen auch -aber nicht nur- für Jungen und Männer, sorgt. Bisher hat das keine Partei in ihrem Wahlprogramm.

Mittwoch, 30. Juni 2021

Dokumentarfilm über Colonia Dignidad auf arte

Auf arte sind im Rahmen eines Dokumentarfilmabends alle vier Teile einer Dokumentation über die deutsche Colonia Dignidad gezeigt worden. Ungefähr 200 Jungen die sexuell ausgebeutet wurde, ca. 360 Menschen die Zwangsarbeit leisten mussten, ca. 100 Gefolterte eine unbekannte Zahl von Verschwundenen - über 30 Jahre konnte die deutsche Sekte unter Paul Schäfer ungehindert ihr Unwesen in Chile treiben, mit Unterstützung der deutschen Botschaft und hofiert von Politikern wie Franz-Josef Strauß. Folterungen im Dienste der chilenischen Militärdiktatur, Waffenhandel unter der Tarnung als Wohlfahrtsorganisation und immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Jungen. Wer immer noch denkt es gäbe keine organisierten Strukturen und ritualisierte sexuelle Gewalt sollte sich diesen Film angucken. 
Bis heute hat die deutsche Regierung keine Verantwortung übernommen, die Folteropfer sind ebenso wenig entschädigt worden, wie die chilenischen Jungen. Nur für deutsche Staatsangehörige gibt es maximal 10.000 Euro. Und einer der Haupttäter Hartmut Hopp lebt ungestört in Deutschland.
Der vierteilige Film ist im Web bei arte abrufbar.

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